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ATC-Befunde mit LLM beheben: Der unscheinbare Button, der alles ändert

ATC meldet Fehler, du kopierst die Meldung ins LLM – und bekommst einen Fix, der am Code vorbeizielt. Das Problem: dem LLM fehlt der Zeilenbezug. Mit einem einzigen Button in SAP lässt sich das ändern.

Das Problem mit einem normalen ATC-Export

In der Standard-Ansicht der ATC-Ergebnisse siehst du Prüfname, Priorität und Meldungstext. Das reicht für einen schnellen Überblick – aber nicht für ein LLM. Wenn du diese Infos zusammen mit deinem ABAP-Code in ChatGPT oder Claude einfügst, muss das Modell raten, welche Zeile gemeint ist. Bei kurzen Methoden klappt das noch, bei längeren Includes oder Reports wird der Fix schnell ungenau oder schlicht falsch.

ATC-Ergebnisliste in SAP ohne Zeileninformationen
Standard-Ansicht: Prüfname und Meldung sind sichtbar, aber Zeilen- und Include-Bezug fehlen.

Die Lösung: Zusätzliche Felder anzeigen

In der ATC-Ergebnisliste gibt es oben den Button „Zusätzliche Felder anzeigen". Ein Klick darauf – und die Liste wird um mehrere Spalten erweitert: Zeilennummer, Include-Name, Objekttyp und weitere Kontextinformationen, die das LLM direkt auswerten kann.

Button Zusätzliche Felder anzeigen in der SAP-ATC-Toolbar
Der Button ist leicht zu übersehen, steckt aber viel Mehrwert drin.

Nach dem Aktivieren sieht die Liste deutlich reichhaltiger aus – jeder Befund ist jetzt einer konkreten Zeile und einem Include zugeordnet.

ATC-Ergebnisliste mit aktivierten zusätzlichen Feldern inkl. Zeilennummern
Mit Zeilennummer und Include-Name kann ein LLM jeden Befund exakt im Code verorten.

Export und Eingabe ins LLM

Exportiere die erweiterte Liste über das SAP-GUI-Menü: Liste → Exportieren → Tabellenkalkulation. Die resultierende Datei enthält alle sichtbaren Spalten – also auch die Zeileninformationen.

Gib dem LLM dann beides: den vollständigen ABAP-Code des betroffenen Includes oder der Methode, und darunter den ATC-Export mit allen Feldern. Das Modell kann sich dann an den Zeilennummern orientieren und weiss genau, wo im Code es ansetzen muss.

Warum das einen Unterschied macht

Mit Zeilennummer und Include-Name im Export entfallen die typischen LLM-Schwächen bei diesem Anwendungsfall:

  • Keine Rückfragen mehr, wo genau der Befund greift
  • Gezielte Änderungen statt pauschaler Umschreibungen
  • Mehrere Befunde lassen sich in einem Rutsch übergeben, ohne dass sich die Fixes gegenseitig stören

Besonders nützlich ist das bei Legacy-Code – langen Reports oder Includes, in denen man nicht jede Zeile im Kopf hat. Das LLM übernimmt die Zuordnung, du prüfst das Ergebnis.

Fazit

Ein Klick auf „Zusätzliche Felder anzeigen", Export als Tabellenkalkulation, beides ins LLM – das war's. Wer regelmäßig mit ATC-Befunden arbeitet, wird schnell merken, wie viel präziser die Vorschläge dadurch werden.